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ServiCon Future Campus Intelligenz: KI, Austausch und Kooperation

Wie lässt sich KI sinnvoll einsetzen, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt des FUTURE CAMPUS Intelligenz der ServiCon am 01. und 02. Oktober bei der Alliance Möbel Marketing in Rheinbach. Zwei Tage lang ging es um konkrete Anwendungen, neue Perspektiven und darum, was Verbundgruppen gemeinsam erreichen können.

Dabei wurde schnell deutlich: KI ist längst mehr als ein Zukunftsthema. Entscheidend ist heute weniger, ob sie eingesetzt wird, sondern vielmehr wofür und mit welchem konkreten Mehrwert.

Neue Möglichkeiten für den Mittelstand

Dr. Olaf Hoppelshäuser, Geschäftsführer von Alliance Möbel, brachte es direkt zum Start auf den Punkt: „Unsere größte Herausforderung ist nicht KI, sondern Menschen, die keine Lust mehr haben.“ Denn am Ende werden Möbel von Menschen gekauft und verkauft. 

Sein Blick machte deutlich, dass technologische Entwicklungen immer im Zusammenspiel mit den Menschen betrachtet werden müssen, die ein Unternehmen und eine Branche tragen.

Wie weit die Möglichkeiten von KI inzwischen reichen, zeigte anschließend Daniel Hanelt von The Nexus Collective. Im Zentrum seines Beitrags stand die Frage, wie KI die Softwareentwicklung demokratisieren und damit gerade mittelständischen Unternehmen neue Handlungsspielräume eröffnen kann. Seine zentrale Botschaft: Unternehmen können heute zunehmend digitale Lösungen selbst gestalten, für deren Entwicklung bislang umfangreiche technische Ressourcen notwendig waren.

Dominic Bersau von Vodafone gab im Rahmen einer Live-Demo außerdem einen praktischen Einblick in das Thema KI-Agenten und zeigte auf, worauf Verbundgruppen achten sollten, wenn sie KI-Agenten über das gesamte Unternehmen hinweg ausrollen.

Auch in den anschließenden Workshops wurde der Blick konsequent auf konkrete Einsatzfelder gerichtet. Roman Heimbold beschäftigte sich mit intelligenten Plattformen für Verbundgruppen. Lina Biesterfeldt stellte die Frage, wo KI im Marketing tatsächlich Mehrwert schafft und Marc-Stefan Vogt nahm in den Blick, wie Verbundgruppen Lieferanten und Anschlusshäuser für gemeinsame Kampagnen aktivieren können und welche Rolle KI dabei künftig übernehmen kann.

Kooperation als eigene Form von Intelligenz

Der zweite Veranstaltungstag erweiterte die Perspektive: Nicht nur Technologie stand im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie Verbundgruppen ihre gemeinsamen Stärken besser nutzen können.

Verena Dvořák von EURONICS und Martin Wolf von EK Retail zeigten, welches Potenzial darin liegt, wenn Verbundgruppen nicht ausschließlich nebeneinander agieren, sondern strategisch zusammenarbeiten. Ein konkretes Beispiel dafür ist die Service-Allianz des Fachhandels von EURONICS, ElectronicPartner, EK Retail und Telering.

Damit wurde ein Gedanke besonders deutlich, der sich durch den FUTURE CAMPUS zog: Intelligenz entsteht nicht allein durch bessere Technologie. Sie entsteht auch dort, wo Wissen geteilt und Kompetenzen miteinander verbunden werden.

Daten als Grundlage für KI im Einkauf

Wie wichtig diese Verbindung auch auf technologischer Ebene ist, zeigte Stephan Multhaupt vom Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke. Sein Fokus lag auf dem Einkauf und der Frage, wie vernetzte Daten dazu beitragen können, Risiken besser zu erkennen und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Eine wesentliche Voraussetzung dafür: Daten müssen nicht nur vorhanden sein, sondern so strukturiert und miteinander verbunden werden, dass KI daraus tatsächlich einen Nutzen ziehen kann.

Einen weiteren Blick auf die Auswirkungen von KI warf Dr. Johannes von Mikulicz-Radecki von der ADG. In seinem Beitrag ging es darum, wie sich Lernen durch KI verändert – und damit um eine Frage, die weit über einzelne Tools hinausgeht: Was müssen Menschen künftig selbst wissen und können, wenn Informationen und Unterstützung durch KI immer schneller verfügbar werden?

Was bleibt?

Nach zwei Tagen mit Vorträgen, Workshops und vielen Gesprächen lässt sich eine zentrale Erkenntnis festhalten: KI kann Prozesse verändern, Wissen zugänglicher machen und neue Möglichkeiten eröffnen. Aber sie entscheidet nicht, was sinnvoll ist.

Der eigentliche Mehrwert entsteht dort, wo Technologie auf Erfahrung, Verantwortung und Zusammenarbeit trifft. Und genau darin liegt eine besondere Stärke von Verbundgruppen: unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und aus ihnen gemeinsam neue Lösungen entstehen zu lassen.

Der FUTURE CAMPUS Intelligenz hat dafür zahlreiche Impulse geliefert – und zugleich gezeigt, dass viele Fragen rund um KI nicht allein technisch beantwortet werden können.

Ein herzliches Dankeschön gilt Alliance Möbel Marketing als Gastgeber, allen Referentinnen und Referenten sowie Workshop-Leitungen, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und allen Sponsoren und Unterstützern, die den FUTURE CAMPUS möglich gemacht haben.