Fördermittel als Weg zur energieeffizienten Wirtschaft

Energieeinsparungen, Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind bei Verbundgruppen präsente Themen. Als eine aktive Präventivmaßnahme können Fördermittel eine Strategie zur nachhaltigen Energieeffizienz in Unternehmen sein. Für eine langfristige Strategie bedarf es jedoch mehr als nur vereinzelte energetische Optimierungen.

Öffentliche Fördermittel gelten als Wirtschaftsmotor und Innovationstreiber. Viele Unternehmen greifen bereits auf die Zuschüsse von EU, Bund, Länder und Kommunen zu, doch immer wieder bleiben bereitgestellte Fördertöpfe ungenutzt. Insgesamt existieren über 3.000 Förderprogramme, aus denen Privatpersonen, Kommunen als auch Unternehmen Fördergelder beziehen können. Die wohl größten Bereiche in der finanziellen Förderung sind Informationstechnologie, Entwicklungshilfe und Energieeffizienz. Doch nach wie vor bleibt die Frage, warum die Fördertöpfe nicht vollständig ausgeschöpft werden. Zu einem ist es das fehlende Wissen über die Existenz der Förderprogramme. Zum anderen sind es die Bedingungen, an welche die öffentlichen Gelder gebunden sind.  Doch selbst bei Einhaltung aller Ansprüche an die Investition und den Antragsteller scheitern Förderanträge immer wieder durch falsche Dokumentation, versäumte Fristen und weitere Verfahrensfehler. Deshalb gibt es Dienstleister, die sich auf die Fördermittelbeschaffung spezialisieren und das Antragsverfahren von Anfang bis Ende betreuen.

Energieeffizienz in der Wirtschaft

Als eines der medienführenden Themen ist der Klimaschutz auch politisch aktuell. Der Staat vergibt die Zuwendungen, um politische und wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Das Klimaziel von Europa ist, bis 2050 die CO2-Emissionen um die Hälfte nachhaltig zu senken. Dafür stellt die Bundesregierung Fördermittel im Bereich Energieeffizienz zur Verfügung. In der Energieeffizienzpolitik sollen mit dem Förderprogramm rund ein Drittel der gesamten CO2-Minderung erbracht werden. Anfang 2019 trat dann das neue Förderprogramm „Energieeffizienz und Prozesswärme aus erneuerbaren Energien in der Wirtschaft“ (nachfolgend Energieeffizienz in der Wirtschaft genannt) in Kraft. Veröffentlicht vom Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BMWi) soll der Fördermitteleinsatz aktiv den Klimaschutz unterstützen und effektiv in die Klimaziele einwirken. Zusätzlich ist die Förderlandschaft durch das Programm für die Wirtschaft deutlich übersichtlicher. Der modulare Aufbau des Programms fokussiert sich auf Querschnittstechnologien, Erneuerbare Energien zur Prozesswärmebereitstellung, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik. Weiterhin ist auch eine technologieoffene Förderung von Investitionen möglich, die Strom- und Wärmeeffizienz steigern. Je nach Maßnahmenvorhaben können Unternehmen bis zu 55 % an Fördersätzen bewilligt bekommen.

Antragssteller können insgesamt sich bis zu 10 Millionen Euro staatlicher Zuschüsse pro Projekt sichern. Die Förderung wird durch einen direkten Investitionskostenzuschuss des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mittels eines Kredites mit Teilschulderlass gewährt.

Grundsätzlich erfolgt die Antragsstellung über das Unternehmen. Jedoch kann es Fallstricke beim Antragsverfahren geben. Dafür raten Fördermittel-Experten, wie Marcel Riethmüller, sich Unterstützung von einem zugelassenen Sachverständigen einzuholen. 

Großes Effizienzpotenzial in der Wirtschaft

Hinsichtlich des Energieverbrauches geht aus dem Bericht „Energieeffizienz in Zahlen“ vom BMWi [1] hervor, dass im Jahr 2016 circa 9.152 PJ an Endenergie in Deutschland verbraucht wurden. Darunter zählen die Sektoren Industrie, Verkehr, Haushalte und Gewerbe. Wird der gesamte Energieverbrauch nach Anwendungsbereichen betrachtet, so sind mechanische Energie, Raumwärme und Prozesswärme eine der größten Verbräuche. Es liegt also nahe, dass die Industrie und das Gewerbe mit einem Anteil von circa 44 % des gesamten Endenergieverbrauches ein erhebliches Potenzial darstellen, positiv auf das Klimaziel einzuwirken. Um den Energieverbrauch zu senken und die Energieeffizienz zu steigern, bedarf es für die Industrie den Einsatz von hocheffizienten Maschinen sowie Prozessoptimierungen.

An diesem Punkt knüpft das Förderprogramm „Energieeffizienz in der Wirtschaft“ an. Durch Anlagenoptimierung, -sanierung oder -neubau können Unternehmen einen Beitrag leisten, Energie einzusparen. Es lohnt sich durchaus, auch seitens der Hersteller und Fachplaner, dem Kunden ein Angebot über eine Standardanlage und einer hocheffizienten Anlage mit Förderung vorzulegen. Dabei ist das Prinzip vom BMWi „Je ambitionierter die Investition, desto attraktiver ist das Förderangebot“.

Die Devise bei der Energieeffizienz lautet sprichwörtlich über den Tellerrand zu schauen. Nachhaltige Produktionen und Prozesse sollen nicht im Einzelnen auf die Energieeffizienz betrachtet werden. Vielmehr lassen sich energetische Maßnahmen fördern, die den gesamten Prozess umfassen. So können auch energetische Maßnahmen wie beispielsweise die Dämmung von Wärmeleitungen, Energieeinsparungen aufgrund der Umstellung des Prozesses oder auch die Nutzung von Abwärme innerhalb des Prozesses gefördert werden.

Förderfähige Anlagentechnik – CO2-Hochtemperatur-Wärmepumpen

In den meisten Fällen wird ein Teil der elektrischen Energie innerhalb einer Anlagentechnik als Abwärme ungenutzt abgegeben. Diese Rückgewinnung erfolgt aus Abwärme von beispielsweise Kühlwasser, Abwasser oder Abluft. Weil die Vorlauftemperaturen normaler Wärmepumpen nicht immer ausreichen, gibt es spezielle CO2-Hochtemperatur-Wärmepumpen, welche Vorlauftemperaturen von bis zu +110°C realisieren können. Mit diesem Temperaturbereich können die hocheffizienten Wärmepumpen besonders in industriellen Produktionen mit unterschiedlichen Anwendungsbereichen eingesetzt werden.

Förderfähige Anwendungsbereiche – Rechenzentrum

Rechenzentren verdeutlichen den vielfältigen Einsatz von Fördermitteln im Bereich der Energieeffizienz. Die Klimatisierung eines Rechenzentrums ist unter den Energiekosten eine der größeren Kostenfaktoren. So werden bei innovativen Kühlkonzepten auf Serverkühlung mittels bedarfsgerechter Steuerung und Nutzung von freier Kühlung gesetzt. Der Einsatz von freier Kühlung ist nicht nur effizient, sondern auch förderfähig. Die benötigte Kälte zur Kühlung der Server wird durch die freie Kühlung erzeugt. Auch hier ist der Ansatz nicht nur Einzelmaßnahmen zu betrachten, sondern das Rechenzentrum als Gesamtkonzept zu sehen. So kann die Energieeffizienz der Klimatisierung noch besser ausgerichtet werden. Dazu werden Kaltgangeinhausungen eingesetzt, die den warmen und kalten Luftstrom gezielt trennen. Ein weiterer Vorteil der Kaltgangeinhausungen ist die Vermeidung von Wärmenestern innerhalb des Serverraums.

Unabhängig von der Ausführung des Kühlungskonzepts gilt es schließlich, die Abwärme abzuführen. Alternativ zur direkten Abgabe an die Umgebung kann diese aber auch nutzbringend eingekoppelt werden. Es gibt bereits viele Energieprojekte, die die Abwärme von Rechenzentren in Nahwärmenetze einsetzen. Jedoch kann Abwärme auch hinsichtlich der Förderung besonders im eigenen Unternehmen wiederverwendet werden. Mit dem Einsatz eines Freikühlers kann zusätzlich eine Wärmepumpe verwendet werden, die die Wärme aus dem Kühlprozess rückgewinnt. Besitzen Unternehmen beispielsweise eine Produktionsanlage, die Wärme in einem Prozess benötigt, dann kann diese Abwärmenutzung ebenso gefördert werden.

Allgemein gelten für industrielle und gewerbliche Anlagen, die nicht nur im Hinblick auf die Energieeffizienz optimiert werden, sondern auch eine Wärmerückgewinnung beinhalten, dass die Förderung an mehreren Punkten angesetzt werden kann. Zu einem wird der Anlagenersatz, -sanierung oder -optimierung festgelegt, zum anderen die Wärmerückgewinnung. Für die Energieeinsparung wird die Förderhöhe jeweils nach der CO2-Einsparung berechnet. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können hier bis zu 40 % förderfähige Kosten ansetzen, die auf 700 € pro eingesparte Tonne pro Jahr berechnet werden. Nicht-KMU werden mit 500 € pro eingesparte Tonne CO2 pro Jahr bemessen. Für eine weitreichende Energieeinsparung lohnt es sich also mehr als nur eine Maßnahme im Bereich der Energieeffizienz zu planen.

Ausblick

Es gibt eine Vielzahl von Anlagentechniken und Anwendungsbereichen, die gefördert werden können. Wer die Klimaziele aktiv mitgestalten möchte, hat mit Fördermitteln im Bereich Energieeffizienz eine Chance. Unabhängig von dem Klimaschutzaspekt, werden Fördermittel immer vorhanden sein, da sie als Wirtschaftstreiber gelten. Sie schaffen Arbeitsplätze, fördern Nachhaltigkeit und unterstützen eine starke Wirtschaft.

1. Energieeffizienz in Zahlen, Hrsg. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG, Frankfurt, Stand August 2018

Ansprechpartner

Ernst PanseDER MITTELSTANDSVERBUND
Ernst Panse Leiter Klima und Energie Mehr Infos
DER MITTELSTANDSVERBUND
Tel.: +49 (221) 35 53 71 48
E-Mail schreiben
Zurück zur Übersicht